Herzlichen Glückwunsch: Hans Moses feierte seinen 100. Geburtstag

Veröffentlicht am 06.09.2011 in Aus dem Parteileben

Als Hans Moses vor 100 Jahren in Heidelberg das Licht der Welt erblickte, regierte Kaiser Wilhelm II. das Deutsche Reich. An ihn kann sich der Jubilar nicht erinnern. Aber Friedrich Ebert, den aus Heidelberg stammenden ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik, hat er im Gedächtnis behalten. „Als er während der 20er Jahre nach Heidelberg kam, wurde er immer im Gewerkschaftshaus begrüßt.“

Und Eberts letzten Weg beobachtete der junge Hans: „Ich habe gesehen, wie der Sarg mit einem pferdebespannten Leichenwagen vom Bahnhof zum Friedhof gebracht wurde.“ Der Sohn durchlief alle sozialdemokratischen Jugendorganisationen und trat 1932 in die Partei ein. „Mein Vater war ein armer Schneider“, erzählt der Jubilar. „Nach der 4. Klasse gab es eine Empfehlung für die höhere Schule. Aber Vater musste wegen des Schulgelds ablehnen: ‚Daheim sitzen noch mal drei, die essen wollen.‘ Es war schade, denn ich habe leicht gelernt.“ So trat er 1926 als Lehrling bei der AOK Heidelberg ein, die er 1976 als Geschäftsführer verlassen sollte. Politisch war er weiterhin rege, auch als Mitglied im „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“, der den Saalschutz bei SPD-Veranstaltungen übernahm und sich Schlachten mit Anhängern von NSDAP oder KPD lieferte. Moses erzählt von den „Stecken“, die jeder dabeihatte. 1940 kam Hans Moses zur Wehrmacht, war in Frankreich, zog sich in Russland Malaria zu und geriet 1945 in französische Kriegsgefangenschaft, aus der er Ende 1947 zurückkehrte. „Meine Frau und Kinder hatte ich mehr als zwei Jahre nicht gesehen.“

1964 zog die Familie nach Edingen, in das neue Haus in der Bismarckstraße. Ehefrau Auguste starb 1973. Neben Sohn und Tochter zählen drei Enkel und drei Urenkel zur Familie. 2007, beim Festakt zum 100-jährigen Bestehen unseres SPD-Ortsvereins, stellte die damalige Landesvorsitzende Ute Vogt Hans Moses als „Beispiel und Vorbild“ hin und überreichte ihm für 75-jährige Parteimitgliedschaft die Goldene Ehrennadel mit rotem Rubin. Wie sieht der Alltag eines Hundertjährigen aus? „Ich trinke Kaffee, lese die Zeitung und spaziere mit meiner Tochter ein bisschen im Hof herum.“ Dann hält er Mittagsschlaf, hört Radio, während der Fernseher erst abends eingeschaltet wird. Interessiert ist Hans Moses am Weltgeschehen. Nach wie vor fährt der Jubilar in die Ferien ins Salzburgerland. An seinem Ehrentag gratulierten für den SPD-Ortsverein und die SPD-Gemeinderatsfraktion Michael Bangert und Thomas Zachler. Die selten verliehene Willy-Brandt-Medaille bekam er vom Landtagsabgeordneten Gerhard Kleinböck verliehen. Auch von dieser Stelle aus wünschen wir Hans Moses für die Zukunft alles Gute. (tz)

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