Gert Weisskirchen für 40-Jährige SPD-Mitgliedschaft geehrt

Veröffentlicht am 17.03.2006 in Pressemitteilungen

Wiesloch-Baiertal. Die Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins Baiertal bot den Rahmen für eine besondere Ehrung: Der Bundestagsabgeordnete Gert Weisskirchen wurde für 40-Jährige Mitgliedschaft in der SPD geehrt.

Die Laudatio hielt der langjährige Ortsvereinsvorsitzende und Weggefährte Weisskirchens, Karl-Heinz Hormuth, der an gemeinsame Juso-Zeiten vor 45 Jahren erinnerte. Er nannte den Bundestagsabgeordneten einen „Kämpfer“, einen „Politkämpfer“. Dies ziehe sich durch sein Leben wie ein roter Faden und zeige sich schon bei seinem Bildungsweg. Nach einer Kaufmanngehilfenprüfung und der Lehrerausbildung an der PH Heidelberg studierte er an der Universität Heidelberg. Nach seiner Zeit als Lehrer an der Realschule Eppingen und als Wissenschaftlicher Assistent an der PH Heidelberg übernahm er eine Professur für Sozialpädagogik an der FH Wiesbaden, wurde aber im gleichen Jahr in den Deutschen Bundestag gewählt. Auch in der Partei habe er im Juso- und den SPD-Landesvorstand vielfältige Funktionen begleitet. Zwischen 1973 und 1991 stand er dem damals neu gegründeten SPD-Kreisverband Rhein-Neckar vor und ist seit 15 Jahren Mitglied der Kontrollkommission der Bundes-SPD. Gert Weisskirchen habe sich, so Hormuth weiter, das Vertrauen vieler Bürger erarbeitet und ein enorm hohes Maß an Anerkennung, Vertrauen und Achtung erhalten. Diese zeige sich auch in der Verleihung der Solidarnoć-Sondermedaille, sowie des Paul Ehrlich-Gunter K. Schwerin-Preises für Menschenrechte der Anti-Defamation-League (ADL) in Warschau. Die Auszeichnungen stünden für die vielfältigen Aktivitäten auf internationaler Ebene, insbesondere bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), bei der Weisskirchen mittlerweile als persönlicher Beauftragter des Vorsitzenden zur Bekämpfung des Antisemitismus fungiert.

Hormuth würdigte nicht nur die 40-Jährige Parteimitgliedschaft Weisskirchens, sondern auch den Einsatz und Kampfgeist, sowie die Willensstärke. Er bezeichnete ihn als „Mann der Region“, der unabhängig, mutig und nüchtern verantwortungsvoll sei und ganz fest und tief in die Partei in die Politik und in seine Familie verankert ist.

Neben der Urkunde und der Ehrennadel überreichte der Ortsverein dem Abgeordneten für seine nächtlichen Joggingausflüge rund um Baiertal eine „Wegefindungsleuchte“.

Der SPD-Landtagskandidat Peter Wirkner, der seit 30 Jahren Gert Weisskirchen in verschiedenen Funktionen begleitet nannte bestimmte Vorzüge seines politischen Weggefährten: Er sei ein „menschlichen Politiker“, ein echter „Gentleman“, der das Gegenteil von „Arroganz der Macht“ sei. Bei der Zusammenarbeit sei seine Maxime die Harmonie, ohne dabei Konflikte zu übertünchen. Gert Weisskirchen sei, so Peter Wirkner, ein „Mann mit Standpunkte, die er mit Kompetenz vertritt“. Besonders würdigte Wirkner seine Kontakte zu Dissidenten in der damaligen DDR und den Staaten es Ostblocks, insbesondere der Tscheslowakei und Polens, die beim Fall des Eisernen Vorhangs Ende der 1980er Jahre sehr wichtig gewesen seien. Er habe sich auch immer für die Deutsche Einheit eingesetzt, selbst als Parteifreunde ein Nebeneinander von zwei unabhängigen Staaten präferiert hätten. Als langjähriger Bundestagsabgeordneter habe er auch für unterschiedliche SPD-Kanzlerkandidaten gekämpft und dabei immer wieder inhaltliche Kompromisse gesucht, weil er das Ganze im Blick gehabt habe. Fundament für seine politische Arbeit, so Wirkner, sei aber eine glückliche Beziehung und eine gute Beraterin und Begleiterin, die er in Renate Weisskirchen und seiner ganzen Familie habe.

Gert Weisskirchen bedankte sich für die Ehrung und kam auf das zurück, was Sozialdemokratie entstehen lasse: „Menschen finden zueinander, die aufstehen gegen Unrecht.“ Sie sei, so Weisskirchen, „hier in unserer Heimat geboren“. Arbeiter und Familien suchten Freiheit und wussten, dass sie Gerechtigkeit nur in der Offenheit verwirklichter Demokratie finden können - im gemeinsamen solidarischen Kampf. So müsse die SPD bleiben, so Weisskirchen weiter: „Wach und kritisch und immer neu vorwärts gehend. Sonst gebe sie sich selbst auf. Politik sei nach einem Zitat von Hannah Arendt „Liebe zum Leben.“
Alexander Lucas

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