Halbjahresbilanz beim Kinderschutz-Notruf 112

Veröffentlicht am 13.11.2008 in Kreistagsfraktion

Roland Schulz, Leiter des Jugendamtes beim Rhein-Neckar-Kreis und SPD-Fraktionschef Helmut Beck

Aus der gesamten Bundesrepublik erreichen uns Anfragen über den erst vor Kurzem vom Rhein-Neckar-Kreis eingerichteten "Kinderschutz-Notruf 112". Dies stellte Landrat Dr. Jürgen Schütz wenige Tage nach Veröffentlichung der Notrufnummer und des damit verbundenen ebenso einfachen wie auch wirkungsvollen Systems durch die Medien fest. Wir werden geradezu überhäuft mit Fragen, wie es zu dieser bislang in der gesamten Republik wohl einmaligen Einrichtung gekommen ist und wie diese in der Praxis funktioniert. So der Stand im Mai diesen Jahres. Anlass genug für SPD-Fraktionschef Helmut Beck, der diese Idee entwickelt und durchgesetzt hat, und Roland Schulz, Leiter des Jugendamtes beim Rhein-Neckar-Kreis, eine Halbjahresbilanz zu ziehen.

44 Anrufe gingen in diesen sechs Monaten über die Leitstelle in Ladenburg bei dem über 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr besetzten Bereitschaftsdienst des Jugendamtes ein. Eine in dieser Größenordnung von mir nie erwartete Inanspruchnahme, so Helmut Beck, und was noch deutlicher die Notwendigkeit dieser Kinderschutzeinrichtung unterstreicht ist die Tatsache, dass in 13 Fällen das Jugendamt sog. Inobhutnahmen durchführen musste. Was konkret bedeutet, dass Kinder aus den verschiedensten Gründen kurzfristig oder auch über einen längeren Zeitraum zu ihrem Schutz und ihrer Sicherheit aus ihrem Umfeld herausgenommen und in einer sicheren Einrichtung betreut werden mußten.

Erwartungsgemäß kamen die meisten Anrufe aus dem Bereich der Polizei, die das Notruftelefon als sehr gute Einrichtung bezeichnet und in diesem Zusammenhang auch anführt, dass damit der Polizei beim Umgang mit Kindern und Jugendlichen Sicherheit gegeben werde. Aber auch von betroffenen Kindern, aus den Familien und aus der Nachbarschaft wurde der Kinderschutz-Notruf in Anspruch genommen. Roland Schulz spricht von einem breiten Spektrum gemeldeter Notfälle; von Mißhandlungen, Bedrohungen, Verwahrlosung, Suizidgefahr, Obdachlosigkeit bis hin zu häuslicher Gewalt.

Die Devise "Nicht wegschauen - anrufen" ist angekommen, stellt Helmut Beck fest. Er habe bei der Einführung im Mai diesen Jahres gesagt, wenn wir durch die Notruf-Nummer 112 auch nur ein Kind vor Mißbrauch und Bedrohung schützen können, dann darf es über die Notwendigkeit dieser Einrichtung keine Diskussion mehr geben. Wir im Rhein-Neckar-Kreis können mit Fug und Recht stolz auf diese Einrichtung zum Schutz gefährdeter Kinder sein.

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