Kreisparteitag SPD Rhein-Neckar: „Lieber Juniorpartner in der Regierung als Erster in der Opposition“

Veröffentlicht am 05.04.2011 in Allgemein

Hirschberg. Die Diskussion um den Ausgang der Landtagswahl 2011 stand im Mittelpunkt des Kreisparteitages der SPD Rhein-Neckar, zu dem über 100 Delegierte und Mitglieder nach Hirschberg gekommen waren. Die Freude über den „Wechsel“ in Baden-Württemberg und die Regierungsbeteiligung der SPD überwog im Stimmungsbild der Delegierten. „Lieber Juniorpartner in der Regierung als Erster in der Opposition“, war der Trost, den der stellvertretende Landesvorsitzende Dr. Lars Castellucci spendete, angesichts der Tatsache, dass die SPD nicht zweitstärkste Partei geworden war. Trotzdem gab es überwiegend strahlende Gesichter, so konnte der größte SPD-Kreisverband im Land die Wiederwahl seiner Abgeordneten Rosa Grünstein und Gerhard Kleinböck feiern und durch das errungene Mandat des Kreisvorsitzenden Thomas Funk in Sinsheim einen zusätzlichen Abgeordneten in ihren Reihen begrüßen.

Zunächst berichteten die Kandidaten der vier Landtagswahlkreise im Rhein-Neckar-Kreis über ihre Wahlkampferfahrungen. Gerhard Kleinböck und Rosa Grünstein glauben, dass sie ihren Wiedereinzug in den Landtag in erster Linie ihrem eigenständigen Wahlkampf und der guten Vernetzung der Ortsvereine zu verdanken haben. Besonders freuen konnte sich der SPD-Kreisvorsitzende Thomas Funk, dass mit ihm nun auch der flächenmäßig große Wahlkreis Sinsheim wieder durch die SPD in Stuttgart vertreten ist. Hansjörg Jäckel hatte im Wahlkreis Wiesloch vergebens gekämpft und stellte vielleicht deshalb auch nach innen gerichtete selbstkritische Fragen nach der inhaltlichen Profilierung der SPD, die es in der Regierungsverantwortung nun zu klären gelte. „Bei aller Freude über den Wechsel sollten wir nicht vergessen“, so Jäckel, „dass die Grünen zu einem politischen Gegner geworden sind, dessen soziales Korrektiv wir bilden müssen“. Kreisparteitag Auch in der Aussprache kamen einige Kritiken bereits zum Ausdruck: Die Markenzeichen der SPD, also das Eintreten für soziale Gerechtigkeit und Bildung als Voraussetzung für sozialen Aufstieg, seien nicht genügend deutlich geworden. Dass die SPD die Demokratiepartei und die Fortschrittspartei ist, sei vielen Wählern nicht hinreichend klar gemacht worden. Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Integration hätten offenbar keinen genügend hohen Stellenwert gehabt. Aber sie könnten ihn bekommen, denn so wies der stellvertretende Landesvorsitzende Dr. Lars Castellucci in seinem Impulsreferat hin, sei mit Dr. Nils Schmid die richtige Person schon mit am Kabinettstisch. In einem Initiativantrag, den die Jusos Rhein-Neckar eingebracht hatten, sprach sich der Parteitag für drei Kernpunkte aus, die bei einer Regierungsbeteiligung umgehend umgesetzt werden sollen. So sollen die Studiengebühren bereits zum Wintersemester 2011/2012 abgeschafft werden, das letzte Kindergartenjahr verpflichtend eingeführt werden und die Kindergartengebühren abgeschafft. Außerdem soll das Landtagswahlrecht in Baden-Württemberg fairer gestaltet werden. Text: Dieter Lattermann / Alexander Lucas Bilder: Alexander Lucas Anhang:

Homepage SPD Rhein-Neckar

UNSER ABGEORDNETER IN BERLIN

Counter

Besucher:152179
Heute:489
Online:5

News-Ticker

kirk.unaone.net | Kundenmenü
logo

Die angeforderte Domain konnte auf diesem Server nicht gefunden werden.


Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. "Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich", erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. "Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen - Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. "Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. "Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… "Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen" weiterlesen

Jetzt Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden

Online spenden

Online spenden