Oettingers "Entschuldigung": Unglaubwürdig und unzureichend!

Veröffentlicht am 17.04.2007 in Landespolitik

Ute Vogt: "Oettinger entschuldigt sich nur aus Kalkül, um seine Haut zu retten - nicht aus innerer Einsicht"

SPD beantragt Debatte im Landtag zu Oettingers Filbinger- Rede

Die SPD- Landes- und Fraktionsvorsitzende Ute Vogt hält die späte Entschuldigung Oettingers für völlig unglaubwürdig und nicht ausreichend, um den mit der Trauerrede angerichteten Schaden wieder gut zu machen. Das Taktieren und Lavieren Oettingers in den vergangenen Tagen zeige, dass er sich nur aus Kalkül entschuldigt habe, um seine Haut zu retten, nicht aber innerer Einsicht folgend, sagte Vogt im Anschluss an eine Präsidiumssitzung ihrer Partei in Berlin.

Vogt: "Zunächst ist Oettinger nach der Freiburger Trauerfreier tagelang abgetaucht, um sich kritischen Nachfragen zu entziehen, dann hat er den Inhalt seiner Rede erneut bekräftigt und noch am gestrigen Vormittag Filbinger bescheinigt, er sei ein Gegner der Nazi- Diktatur gewesen. Die gewundenen und halbherzigen Entschuldigungsphrasen wenige Stunden später am Sonntagabend klingen deshalb unglaubwürdig. Sie erfolgten unter dem Druck von Bundeskanzlerin Merkel und vor dem Hintergrund weltweiter Kritik, einzig und allein dem Zweck geschuldet, noch größeren Flurschaden für seine Person abzuwenden."

Oettinger habe sich zudem nur für die Wirkung seiner Rede entschuldigt, nicht aber für den Inhalt dieser abscheulichen Trauerrede, so Vogt. Oettinger bleibe im Kern bei seiner "unreflektierten, selbstgerechten Würdigung von Filbingers NS- Vergangenheit". Der amtierende Ministerpräsident lasse damit "all' jene Werteorientierungen und Tugenden, die unserem Land immer wichtig waren", eindeutig vermissen.

"Herrn Oettinger fehlen Einsicht und Tiefgründigkeit, was Menschlichkeit, Traditions- und Geschichtsbewusstsein und internationale Sensibilität angeht", so Vogt. Solange sich Oettinger aber nicht klar und eindeutig vom Inhalt seiner Freiburger Filbinger- Rede distanziere und die geschichtsverfälschenden Aussagen über Filbingers Rolle in der Nazi- Zeit revidiere, seien die Entschuldigungen Oettingers nichts wert.

Oettinger habe bisher auch nicht den Mut gehabt, die Scharfmacher in den eigenen Reihen zurück zu pfeifen, die er zuvor mit seiner Filbinger- Rede "aus den Löchern" geholt habe, so Vogt. Insbesondere die rechtsnationalen und teilweise offen antisemitischen Töne des CDU- Landesgruppenchefs Brunnhuber könnten nicht ohne Folgen bleiben. Ein Rücktritt von diesem Amt sei unabdingbar, wenn sich die Südwest- CDU glaubwürdig um einen neuen Anfang bemühen wolle.

Oettinger habe mit seiner Geschichte verleugnenden Rede in der CDU Baden- Württemberg geradezu beschämend überschwängliche Reaktionen ausgelöst, so Vogt. Kein einziges CDU- Mitglied seines Kabinetts oder andere Führungspersönlichkeiten der Partei im Land hätten Oettinger widersprochen. Die CDU im Südwesten habe sich damit als Hort stramm Rechtskonservativer, die aus der Geschichte nichts lernen oder unter die Nazi- Zeit endlich einen Schlussstrich ziehen wollten, bundesweit isoliert und blamiert.

Mit dieser Haltung hätten Oettinger und die CDU dem Ansehen des Landes einen kaum wieder gut zu machenden Schaden zugefügt, denn Baden- Württemberg sei ein weltoffenes, modernes Land und nicht die Zufluchtstätte ewig Gestriger und Unbelehrbarer.

Vogt forderte Oettinger auf, sich endlich klar, unmissverständlich und glaubwürdig vom Inhalt seiner geschichtsklitternden Filbinger- Rede zu distanzieren und dafür Sorge zu tragen, dass in der Südwest- CDU insgesamt die Maßstäbe für Moral, Geschichte und Umgang mit der Nazi- Zeit wieder ins Lot kommen. "Andernfalls ist dieser Ministerpräsident im Amt nicht mehr tragbar."

Vogt kündigte an, dass ihre Fraktion die Trauerrede Oettingers, ihre Folgen und die Konsequenzen im Landtag in der kommenden Woche in einer aktuellen Debatte umfassend zur Sprache bringen werde.

Helmut Zorell, Pressesprecher

Homepage SPD Rhein-Neckar

UNSER ABGEORDNETER IN BERLIN

Counter

Besucher:152179
Heute:34
Online:7

News-Ticker

kirk.unaone.net | Kundenmenü
logo

Die angeforderte Domain konnte auf diesem Server nicht gefunden werden.


Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. "Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

01.05.2026 15:23
Armand Zorn zum Tankrabatt.
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen

Die SPD ruft zur Teilnahme an den diesjährigen Kundgebungen des DGB zum Tag der Arbeit am 1. Mai auf. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos "#GEMA1NSAM - Für gute Arbeit" kämpft die SPD an der Seite der Gewerkschaften für eine Entlastung der Beschäftigten und eine sichere Rente, für mehr Tarifbindung, einen höheren Mindestlohn und eine… Zum Tag der Arbeit: SPD-Spitze an der Seite der Gewerkschaften weiterlesen

Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. "Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

Jetzt Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden

Online spenden

Online spenden