SPD Mauer feiert 100 Jahre

Veröffentlicht am 08.04.2019 in Ortsverein

Am 30. März war es so weit: Der SPD Ortsverein Mauer feierte sein hundertjähriges Bestehen. Dies war Anlass genug für einen festlichen Abend in der Sport und Kulturhalle.  Mit Reden, Gesang, Speis und Trank geging man den Abend und blickte zurück auf eine wechselvolle Geschichte

Den ganzen Tag über hatten die Mitglieder des Ortsvereins damit zu tun, die Halle festlich zu schmücken und das Essen vorzubereiten. Pünktlich um 18 Uhr kamen die ersten Gäste zum Sektempfang. Wie es sich für Sozialdemokraten gehört, wurde roter Sekt ausgeschenkt. Um 18.30 Uhr begrüßte der Ortsvereinsvorsitzende Klaus-Henning Kluge die Anwesenden. Darunter waren auch der ehemalige Bundestagsabgeordnete Gert Weisskirchen und der Mauermer Ehrenbürger und ehemalige Bürgermeister Erich Mick. Ebenfalls waren der derzeitige Bundestagsabgeordnete Lars Castellucci und Bürgermeister John Ehret gekommen. Letzteres hielt auch zu Beginn sein Grußwort und dankte dem SPD Ortsverein für sein langjähriges politisches Wirken. Sein Vater Helmut Ehret war lange Zeit für die SPD im Gemeinderat und hatte auch 1976 gegen Erich Mick als Bürgermeister kandidiert. Somit hat auch der aktuelle Bürgermeister seine ganz persönliche Verbindung zur SPD in Mauer. Auch der SPD Kreisvorsitzende Thomas Funk hielt ein Grußwort und betonte die Wichtigkeit von politischem Engagement gerade in der heutigen Zeit. Ebenfalls die politische Konkurrenz in Person des CDU Vorsitzenden Edgar Lutz bedankte sich für den stets fairen Wettbewerb.

 Im Anschluss hielt Klaus-Henning Kluge seine Rede anlässlich des Jubiläums. Er schlug dabei einen Bogen über das vergangene Jahrhundert und bemühte sich nicht nur die Geschichte eines Ortsvereins zu erzählen, sondern auch die von Mauer. Denn der Ort sah vor hundert Jahren noch völlig anders aus. Gerade einmal 1000 Einwohner zählte der Ort im Jahre 1919. Im Grunde erstreckte sich Mauer nur entlang der Heidelberger, der Sinsheimer und der Bahnhofstraße. Industrie gab es in Mauer so gut wie keine. Man lebte vornehmlich von der Landwirtschaft. Gleichzeitig betonte Kluge, dass das Jahr 1919 ein besonderes in Mauer gewesen sein müsse, denn es gründeten sich auch die Freiwillige Feuerwehr und die SG Viktoria. Ein Grund dafür mag darin gelegen haben, dass viele nach dem Krieg nach Hause kamen und im neuen demokratischen Deutschland nun ihren Teil zum Gelingen beitragen wollten.

Des Weiteren ging Kluge auf die prägenden Themen des letzten Jahrhunderts ein. So war beispielsweise bald der Wohnraum in Mauer knapp – vor allem da nach dem zweiten Weltkrieg alleine nach Mauer über 400 Heimatvertriebene kamen. Auch der Verkehr wurde schnell zum Thema und erste Überlegungen für eine Umgehungsstraße gab es schon zu Beginn der 1960er Jahre. Ein weiterer Dauerbrenner, über den heute wieder diskutiert wird, ist die Sport- und Kulturhalle mit ihrem Schwimmbad.

Selbstverständlich ging Kluge auch auf die derzeitige Situation der SPD ein, die nicht als einfach bezeichnet werden kann. So drückte er seinen Wunsch aus, dass die Partei wieder zu sich selbst zurückfinden möge, sich für die Schwachen einsetzt und mit ihren Ideen für ein gutes Zusammenleben die Menschen begeistert.

Nach dem Ortsvereinsvorsitzenden sprach der Bundestagsabgeordnete Lars Castellucci. Auch er ging in seiner Rede auf die demokratische Revolution vor 100 Jahren ein und wie tiefgreifend dieser erste Versuch das Land geprägt hatte. Auch rückte er hierbei die damals schon staatstragende Rolle der SPD in den Mittelpunkt. Sie stellte mit Friedrich Ebert nicht nur den ersten Reichstagspräsidenten, sondern sie war auch die einzige Partei, die sich gegen das Ermächtigungsgesetz der Nazis stelle. Aber auch Castellucci blieb nicht allein bei der Vergangenheit stehen, sondern machte anhand von Beispielen deutlich, wie er sich einen freundlichen Staat vorstellt: „So lange dieser Staat nicht in Lage ist, verständliche Formulare zu erstellen, hat er die Pflicht den Menschen beim Ausfüllen zu helfen“ sagte er mit Blick auf die überbordende Demokratie. Mit Freude nahm es auch Bürgermeister Ehret zur Kenntnis als Castellucci einräumte, beim vergangenen Neujahrsempfang etwas dazugelernt zu haben.

Schließlich nach der Rede des Bundestagsabgeordneten war es noch die Pflicht von Klaus-Henning Kluge den formellen Teil des Abends  zu beenden und in den gemütlichen Teil mit Essen und Trinken überzuleiten. Der Ortsverein hatte Rippchen mit Sauerkraut und Dampfnudeln mit Kartoffelsuppe vorbereitet. So gestärkt hielten es viele der Anwesenden noch lange aus und unterhielten sich angeregt über Vergangenes und Künftiges.

Zu guter Letzt möchten wir uns bedanken bei allen die uns geholfen haben! Wir bedanken uns beim MGV Mauer, der mit seinem gemischten Chor für die hervorragende musikalische Untermalung sorgte. Wir bedanken uns ebenso bei der Gärtnerei Bethge für den Pflanzenschmuck. Außerdem bedanken wir uns für die Spenden der Gemeinde Mauer, des CDU Ortsverbands und des SPD Ortsvereins Neidenstein. Und schließlich möchten wir uns bei allen bedanken, die mit uns diesen schönen Abend verbracht haben. Auf die nächsten 100 Jahre!

 

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