SPD-Plankstadt und SPD-Gemeinderatsfraktion zur geplanten Schließung des AstraZeneca-Werks

Veröffentlicht am 06.05.2007 in Ortsverein

Eine sogenannte „Strategie-Entscheidung“ des Konzerns hat zur Folge, dass der Standort Plankstadt mit 400 Arbeitsplätzen vernichtet wird. In den Ohren der Betroffenen muss es wie Hohn klingen, wenn der Pressesprecher des Unternehmens erklärt, Plankstadt sei ein guter Standort und die Anlagen seien auf dem neuesten Stand.

Es ist blanker Zynismus, wenn von der Konzernleitung über zurückgehende Umsätze und sinkende Gewinne geklagt wird und gleichzeitig der Kauf einer amerikanischen Biotechnologie-Firma mit über 15 Milliarden US-$ bar bezahlt wird. Laut Manager-Magazin weist der Geschäftsbericht für das 1. Quartal 2007 eine Gewinnsteigerung vor Steuern von 11 % aus, der Umsatz stieg um 13 %. In den Standort Plankstadt wurden in den letzten Jahren 80 Millionen € investiert. Dieses Geld wird jetzt bewusst in den Sand gesetzt, um an anderen Standorten auf neuen Geschäftsfeldern noch größere Gewinne zu machen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die seit Jahrzehnten gute Arbeit geleistet und zum Erfolg des Unternehmens wesentlich beigetragen haben, werden jetzt eiskalt abserviert.

Vor diesem Hintergrund klingt das Steuergeschenk in Höhe von einigen hunderttausend Euro, das Bürgermeister und Gemeinderatsmehrheit gegen die Stimmen der Fraktionen von SPD und GLP an AstraZeneca gemacht hatten, indem der Gewerbesteuerhebesatz zum 1. Januar 2007 um 30-Prozentpunkte gesenkt wurde, wie ein schlechter Treppenwitz. Insbesondere Bürgermeister Huckele, der die Steuersenkung im Dezember vorigen Jahres ohne Absprache mit dem Gemeinderat vollmundig angekündigt hatte, hat sich allzu bereitwillig und blauäugig für die Interessen von AstraZeneca einspannen lassen.

Mit der Schließung des AstraZeneca-Werkes wird die Gemeinde Steuerausfälle verkraften müssen, die nicht ohne folgen für die Bürgerinnen und Bürger und des gesamten Gemeinwesens bleiben werden. Weitaus schwerer wiegt jedoch der Verlust des Arbeitsplatzes für die 400 betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wer das Gemeinwohl mit Füßen tritt und am Schicksal seiner Mitarbeiter keinen Anteil nimmt, muss sich maßlose Profitgier auf Kosten der betroffenen Menschen vorhalten lassen. Die SPD Plankstadt verurteilt das Vorgehen der Konzernverantwortlichen auf das Schärfste.

Gaby Wacker
Helmut Schneider

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