SPD spricht sich für Naturrasen aus

Veröffentlicht am 31.03.2017 in Kommunalpolitik

Kontroverse Abstimmung im Gemeinderat bei der Sitzung am 29. März. Geplanter Kunstrasenplatz fand bei den Genossen keine Zustimmung, da die Kosten den Rahmen gesprengt hätten und der neue Platz nur Wenigen zu Gute gekommen wäre.

Bei der letzten Sitzung des Gemeinderats stand wieder einmal ein strittiges Thema zur Diskussion. Es ging um den Hartplatz, der bislang mehr oder weniger von der Mauermer SG Viktoria zum Training genutzt wurde. Der Verein war aber seit Jahren zunehmend unzufrieden mit dem Platz. Das ist auch mehr als verständlich. Bei Stürzen ist das Verletzungsrisiko auf so einem Platz nicht gerade unerheblich. Ebenso ist das Spiel auf einem Hartplatz etwas vollkommen anderes als auf einem Rasenplatz. Der Wunsch des Vereins war daher die Errichtung eines Kunstrasenplatzes. Dies erscheint auf den ersten Blick auch vernünftig, da ein Kunstrasenplatz im Vergleich zu Naturrasen sehr pflegeleicht ist. SPD Gemeinderat Bernd Müller bemerkte hierzu: „Das ist ja auch der Grund, warum diese Plätze in der Region wie die Pilze aus dem Boden schießen.“

Aus Sicht der SPD Fraktion im Gemeinderat ist es aber nicht politische Verantwortung nach Moden zu entscheiden. Vielmehr war eine sorgfältige Abwägung der Vor- und Nachteile von Nöten. Und beim genaueren Hinsehen ergab sich ein anderes Bild.

Dies betraf zunächst den Kostenpunkt selbst. Die Anschaffung und Errichtung eines Kunstrasenplatzes hätte die bisher im Haushalt eingestellten Mittel um ein Vielfaches überstiegen. „Die Kostenexplosion haben wir stets sehr kritisch betrachtet“ gab folglich Gemeinderat Guido Dick zu bedenken. Zudem wäre bereits nach 15 Jahren eine komplette Entsorgung des Belags notwendig gewesen, die mit 150.000 Euro zu Buche geschlagen hätte. Ein neuer Belag hätte nochmals 30.000 Euro gekostet. Außerdem wäre ein Kunstrasenplatz sehr anfällig für Umwelteinflüsse gewesen. Der Hartplatz liegt direkt an der Elsenz und war bei Hochwasser häufig mitbetroffen. Sein tiefergelegener Vorgänger war sogar mehrmals komplett überflutet. Wenn ein Kunstrasenplatz schlammhaltiges Wasser abbekäme, müsste der Belag gewechselt werden. Dies ist trotz verbesserter Hochwasserschutzmaßnahmen entlang der Elsenz nicht unwahrscheinlich.

Ein weiterer wichtiger Grund war die geplante Umzäunung des Platzes. Diese war jedenfalls im Antrag der CDU vorgesehen. Damit sollte verhindert werden, dass unsachgemäße Nutzung zu Schäden führt. „Wir sehen aber nicht ein, dass wir so viel Geld in die Hand nehmen, dass am Ende nur ein kleiner Kreis Zugang zum Platz hat. Wir wollen den Platz offen für jedermann“, so die SPD Gemeinderätin Sieglinde Drost.

Alles in allem waren damit für die SPD Fraktion genug Gründe gegeben, weshalb statt eines Kunstrasenplatzes ein Naturrasen vorzuziehen sei. Die Kosten zur Errichtung sind derzeit aus dem Haushalt zu finanzieren. Ebenso sind auf Grund des bestehenden Rasenplatzes bereits die notwendigen Geräte zur Pflege vorhanden. Außerdem wären so womöglich noch Mittel frei, um die in die Jahre gekommene Flutlichtanlage durch moderne LED-Beleuchtung zu ersetzen. Auch die Umzäunung, die alle Hobbykicker ausgeschlossen hätte, kann entfallen. Die besseren Argumente lagen so auf Seiten des Naturrasens. Neben der SPD Fraktion sahen das auch die Räte der UfM so. Daher konnte die Entscheidung für den Naturrasen fallen. Und der Gemeinde konnten Kosten erspart werden, die nur einem kleinen Teil der Bevölkerung zu Gute gekommen wären.

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