Erklärung des SPD-Präsidiums zum 50. Jahrestag des Mauerbaus: Keine Barrieren mehr gegen die Freiheit

Veröffentlicht am 08.08.2011 in Allgemein

Vor fünfzig Jahren wurde durch den Bau der Berliner Mauer die Teilung Deutschlands für die ganze Welt sichtbar zementiert. Die SED-Diktatur stoppte mit Beton, Stacheldraht und Schießbefehl die Abwanderung ihrer Bürgerinnen und Bürger in die Bundesrepublik. Die „Abstimmung mit den Füßen“ ihrer Bürger war ein deutliches Signal gegen Unterdrückung, Unfreiheit und schlechte Lebensbedingungen in der DDR. Die SPD gedenkt in diesen Tagen des Mauerbaus, der den Menschen in Ostdeutschland für lange Zeit Freiheit genommen hat. Sie gedenkt besonders der vielen Frauen und Männer, die in Sehnsucht nach Freiheit an der innerdeutschen Grenze ihr Leben lassen mussten. Fünfzig Jahre nach dem Beginn des Mauerbaus bekräftigen wir: Weder in Deutschland noch irgendwo sonst auf der Welt darf der Wille der Menschen zur Freiheit gewaltsam unterdrückt werden. Dies ist gerade für uns Deutsche eine dauerhafte Verpflichtung.

Der Bau der Mauer beendete auch die eigenständige Existenz der Sozialdemokratie in der DDR: Die SPD schloss ihre letzten Kreisverbände im Osten Berlins mit über 5000 Mitgliedern, die tapfer der Zwangsvereinigung zur SED getrotzt hatten, um sie vor dem Druck und die Drangsalierung durch die Staatssicherheit zu schützen. Die mutige Neugründung der Sozialdemokratie in der DDR im Oktober 1989 beendete das Machtmonopol der Staatspartei SED endgültig.

Die seit Beginn der 1960er Jahre entwickelte Entspannungspolitik Willy Brandts hat mit kleinen Schritten dafür gesorgt, dass sich die beiden Teile Deutschlands nicht völlig entfremdeten. Zugleich hat diese Politik die innerdeutsche Grenze durchlässiger gemacht. Entspannungspolitik und zugleich Behauptung des Freiheitswillens der Menschen in der DDR waren die Seiten einer Medaille der Ostpolitik Willy Brandts. Unvergessen sind dabei seine klaren Worte des Protests und der Anklage im August 1961 schon in seiner Zeit als Regierender Bürgermeister in Berlin. Er machte damit West-Berlin zum weltweit sichtbaren Symbol des Freiheitswillens aller Deutschen.

Willy Brandt war überzeugt, dass die Spaltung der Stadt und Deutschlands keinen historischen Bestand haben würde. Dennoch war seine Antwort darauf behutsam und besonnen. „Wandel durch Annäherung“ bedeutete ein friedliches, aber entschiedenes Ringen um die Freiheit aller Menschen hinter dem „Eisernen Vorhang“: Die sozialdemokratische Entspannungspolitik zwang die DDR und die anderen Länder des Ostblocks letztlich in den Dialog mit dem freien Europa. Das untergrub die kommunistischen Diktaturen und legte so die Grundlagen für den Weg zur Einheit Deutschlands. Die großen Demonstrationen und die Massenflucht im Jahr 1989 zeigten eindrucksvoll, dass auch die Mauer den Freiheitswillen der Menschen in der DDR nicht hatte unterdrücken können. In einer friedlichen Revolution zwangen sie das kommunistische Regime schließlich zum Aufgeben. Ein Jahr später wurde die deutsche Einheit in Frieden und Freiheit möglich - ein historischer Glücksfall für unser Land und ein wichtiger Schritt zu einem geeinten Europa.

Der Mauerbau vom August 1961 war ein grausamer wie menschenverachtender Unterdrückungsversuch, der aber aufgrund des Freiheitswillens der Menschen in der DDR und durch die friedliche Revolution 1989 keinen Bestand hatte. Genau daran müssen wir auch in Zukunft immer wieder erinnern: Gegen die kollektive Kraft von Menschen, die gemeinsam für ihre Freiheit eintreten, lassen sich keine Mauern errichten – keine Mauern aus Stein, aber auch keine Mauern aus Unfreiheit, Unterdrückung oder Zensur. Für Sozialdemokraten gilt auch in Zukunft: Es gibt keine Gerechtigkeit ohne Freiheit und keine Freiheit in Ungerechtigkeit.

Homepage SPD Rhein-Neckar

UNSER ABGEORDNETER IN BERLIN

Counter

Besucher:152179
Heute:571
Online:10

News-Ticker

kirk.unaone.net | Kundenmenü
logo

Die angeforderte Domain konnte auf diesem Server nicht gefunden werden.


Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. "Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. "Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

Rechte Mehrheit im EU-Parlament stellt Vereinbarung für sauberes Wasser infrage Das Europäische Parlament hat heute eine Resolution zur Umsetzung der Kommunalabwasserrichtlinie (KARL) verabschiedet. Die in der vergangenen Legislatur beschlossene Vereinbarung zur Verbesserung der Wasserqualität sieht Vorschriften für eine durch Unternehmen gestützte Finanzierung der sogenannten 4. Reinigungsstufe vor. An dieser finanziellen Großaufgabe sollen vor allem Kosmetik-… "Fatales Signal an Kommunen und Verbraucher:innen" weiterlesen

Arbeitszeitgesetz: Flexibilisierung ist keine Einbahnstraße Im Koalitionsvertrag ist festgehalten, dass die neue Arbeitszeitregelung keine Ausweitung der Arbeitszeit gegen den Willen der Beschäftigten sein darf, so Annika Klose. "Wir haben im Koalitionsvertrag explizit vereinbart, dass eine solche Reform auch und gerade im Sinne der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausgestaltet werden muss. Dass es also auch… Annika Klose zum Arbeitszeitgesetz weiterlesen

Jetzt Mitglied werden

Jetzt Mitglied werden

Online spenden

Online spenden