Bevölkerungsentwicklung: SPD-Regionalverbandsfraktion stellt erhebliche Differenzen zu Prognosezahlen fest

Veröffentlicht am 07.05.2013 in Kommunalpolitik

Werden die im Anhörungsentwurf zum Einheitlichen Regionalplan Rhein-Neckar ausgewiesenen Prognosezahlen über die Bevölkerungsentwicklung in der Metropolregion bis zum Jahre 2020 von einer Vielzahl der Kommunen zu Recht angezweifelt? Die SPD-Regionalfraktion beantwortet diese hypothetische Frage mit einem eindeutigen Ja.

Dies kann anhand realistischer und für jedermann nachvollziehbaren Zahlen untermauert werden. Wie aus einer von SPD-Fraktionsgeschäftsführer Helmut Beck (Sinsheim) vorgenommenen Berechnung hervorgeht, hat die Einwohnerentwicklung in der Region in den Jahren 2007-2012 nicht um die prognostizierten 5.200 Einwohner abgenommen, sondern um 8.300 zugelegt.

Für sein Berechnungsmodell hat Helmut Beck, der auch stellv. Vorsitzender des Planungsausschusses der Metropolregion ist, die von der Universität Mannheim für den Zeitraum bis 2020 ermittelten Werte auf das Jahr 2012 heruntergebrochen und mit den tatsächlichen Einwohnerzahlen verglichen. Dabei treten insgesamt aber auch im Einzelfall erhebliche Unterschiede auf.

So hat das Gutachten der Universität Mannheim beispielsweise für die 18 Städte und Gemeinden des Nachbarschaftsverbandes Heidelberg-Mannheim, in denen immerhin fast 35 Prozent der Einwohner der Region wohnen, für die Jahre 2007-2012 einen Einwohnerzuwachs von 1.100 prognostiziert; der tatsächliche Zuwachs liegt jedoch mit 15.200 um ein Vielfaches höher.

Aber auch linksrheinisch sind teilweise eklatante Unterschiede zwischen den Prognosewerten und der tatsächlichen Entwicklung festzustellen. So ist für die Gemeinde Mutterstadt bis zum Jahre 2012 eine Zunahme der Bevölkerung um über 1.100 Einwohner zu verzeichnen, während der Prognosewert für den gleichen Zeitraum ein Minus von über 300 ausweist; saldiert also 1.400 Einwohner.

Da die Wohnbauflächenentwicklung für die einzelnen Städte und Gemeinden sich jedoch direkt aus den Prognosezahlen ableitet, diese jedoch aufgrund teilweise erheblicher Abweichungen von der tatsächlichen Entwicklung nach den Berechnungen von Helmut Beck nur „sehr bedingt“ anwendbar sind, fordert die SPD-Regionalverbandsfraktion eine zeitnahe Anpassung in einem zweijährigen Abstand auf der Grundlage der tatsächlich vor Ort eingetretenen Entwicklung.

Dies muss, so die Forderung der SPD-Regionalpolitiker, in einer Fußnote bei der entsprechenden Tabelle im Regionalplan verbindlich festgeschrieben werden. Ein kostenträchtiges Gutachten ist dafür definitiv nicht erforderlich.

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