Ehrung von Ellen Lauterbach

Veröffentlicht am 21.02.2011 in Veranstaltungen

Am Sonntag, den 20. Februar lud der SPD Ortsverein Bammental zu einer ganz besonderen Veranstaltung in das FC Clubhaus ein. Grund der Veranstaltung war die 50 jährige Mitgliedschaft von Ellen Lauterbach. Sie war von 1969 bis 1972 für die SPD im Bundestag und blieb auch danach im Dienste der Partei tätig. Sie zu ehren kamen Franz Müntefering und Harald B. Schäfer, ehemaliger Umweltminister in Baden-Württemberg.

Die inzwischen 87 jährige Ellen Lauterbach begrüßte alle Gäste, Genossen und Freunde der Sozialdemokratie um 16 Uhr im gut gefüllten Clubhaus. Aus der ganzen Region waren die Gäste gekommen. Allen voran der Sinsheimer SPD Landtagskandidat Thomas Funk, der zurzeit im ganzen Wahlkreis unterwegs ist um am 27. März erfolgreich in den Landtag einzuziehen. Ellen Lauterbach entschuldigte sich zunächst, dass der Beginn der Veranstaltung sich noch verzögern würde, da die deutsche Bahn wieder einmal nicht sehr zuverlässig war: Die Ehrengäste waren noch nicht eingetroffen. Also vertrieben sich die Anwesenden zunächst die Zeit bei einem Sektempfang mit Gesprächen.

Mit wenig Verspätung trafen dann Franz Müntefering und Harald Schäfer ein. Die Veranstaltung konnte also beginnen und der Ortsvereinsvorsitzende Rüdiger Heigl begrüßte auch noch mal alle im Namen des OVs und brachte seine Freude zum Ausdruck, dass sich so viele in Bammental eingefunden hatten um Ellen zu ehren. Heigl übergab dann das Wort an Holger Karl, Bürgermeister von Bammental, der seine Wertschätzung für Ellen Lauterbach in einem Grußwort zum Ausdruck brachte.

Der Höhepunkt der Veranstaltung war fraglos die Rede von Franz Müntefering, der extra zur Ehrung aus Herne angereist war. Müntefering spannte einen eleganten Bogen von der Entwicklung der Sozialdemokratie nach dem Krieg und Ellen Lauterbachs eigenen Eintritt in die SPD 1961. Der 71 jährige Müntefering selbst kam 1965 in die SPD. Beide verband damals das Gefühl mit der SPD und Willy Brandt die Möglichkeit zu haben das Land zu verändern. Müntefering ging auf die konservative Haltung der Deutschen in der Nachkriegszeit ein und zeigte auf wie die Jugend begann kritisch zu hinterfragen worüber die Eltern nicht sprechen wollten. Er beschrieb wie energisch und selbstsicher Ellen auf der Bonner Bühne auftrat und in ihrer recht kurzen Zeit als Abgeordneten die ganze Welt bereiste.

Müntefering ging auch darauf ein, dass die SPD in seinen Augen alles andere als überflüssig ist. Es gäbe kein Ende der Politik und für die Sozialdemokratie auch immer etwas zu tun. Das Wichtige sei es stets auf der Höhe der Zeit zu sein und nicht die Antworten von Gestern für Heute zu gebrauchen. Im Gegenteil müsse man sich immer mit den Verhältnissen auseinandersetzen um die richtigen Antworten zu finden. Die Anwesenden bedachten Münteferings Ausführungen mit viel Applaus. Dieser überreichte nach seiner Rede Ellen Lauterbach die Ehrennadel und die Urkunde für die 50 jährige Mitgliedschaft.

Harald B. Schäfer sprach als nächster zu den Anwesenden und stellte Ellens Umtriebigkeit auch noch im hohen Alter heraus. Ellens Passion ist seit Jahren die Entwicklungshilfe und die Beziehungen zu Israel. Noch in den 90er Jahren reiste sie nach Afrika und Israel und wurde dort mit allen Ehren empfangen. Auch ihre Bemühungen um gute Beziehungen zu unseren östlichen Nachbarn spielen für Ellen eine wichtige Rolle. Ihr hohes Alter steht ihr bei ihrem Engagement nicht im Wege. Sie möchte ihren Beitrag leisten für die Sozialdemokratie und für die Menschen. Sie möchte sich weiter einmischen.

Das merkte man nicht zuletzt an ihrer eigenen Rede, die sie schließlich zum Schluss hielt, in der sie von der langen sozialdemokratischen Tradition in ihrer eigenen Familie sprach und wie hart es 1969 für eine Frau war im Wahlkampf in einer Männergesellschaft nicht unterzugehen. Ihre Mutter trat 1921 in die SPD ein und Ellen hatte die Ehre sie selbst 1971 für ihre 50 jährige Mitgliedschaft zu ehren. Auch mit 87 Jahren sprüht Ellen Lauterbach noch vor Vitalität und ihr Kampfesgeist für die gerechte Sache ist beispielhaft für viele in der Partei. Sie gab ihrer Partei schließlich auch noch eine Mahnung mit, dass sie immer darauf achten solle nahe bei den Menschen und ansprechbar zu sein – die Sorgen der Menschen Ernst nehmen und ihnen weiterhelfen.

Der Landtagskandidat Thomas Funk hielt schließlich die Schlussrede, in der er deutlich machte wie wichtig die kommende Landtagswahl ist und eröffnete schließlich den gemütlichen Teil des Nachmittags. Gemeinsam konnte man dann noch den Wahlsieg der SPD in Hamburg feiern.(khk)

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