SPD danke Helmut Göschel für 19 Jahre Landtagsarbeit

Veröffentlicht am 04.12.2006 in Kreisverband

Wolfgang Drexler überreichte die "Große Landtagsmedaille"
Sinsheim. "Es ist gut zu gehen, solange es bedauert wird, dass man geht..." Das hatte Helmut Göschel vor zwei Jahren bei seiner Ankündigung nicht mehr für den Landtag zu kandidieren gesagt. Am vergangenen Samstag setze die SPD Rhein-Neckar dieses in die Tat um und viele politische Weggefährten aus dem Landtagswahlkreis, aber auch Vertreter der Sinsheimer Gemeinderatsfraktionen waren der Einladung gefolgt.

Als "Verabschiedung" sei der Festakt im Sinsheimer Ratssaal nicht zu verstehen, wie der Sinsheimer Oberbürgermeister und Kreistagsfraktionskollege Rolf Geinert klarstellte. Helmut Göschel bleibe Mitglied des Sinsheimer Gemeinderates und des Kreistages und somit in der Kommunal- und Kreispolitik aktiv. Man wolle lediglich den Dank zum Ausdruck bringen für den großen Einsatz und die hohe Präsenz im Wahlkreis während der 19 Jahre als Landtagsabgeordneter.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Gert Weisskirchen, der die Dankesfeier angeregt hatte, würdigte Göschels Weg vom Handballer zum Politiker. Aus Weimar stammend sei die Deutsche Einheit für Helmut Göschel sicherlich als wichtigstes Ereignis in seiner Zeit als Landtagsabgeordneter zu nennen. Es schließe sich nun der Kreis, wenn Göschel seine politische Karriere in Sinsheim noch fortsetzt - dort, wo er sie Anfang der 1970 er Jahr begonnen hatte.

Der langjährige SPD-Landtagsfraktionsvorsitzende und heutige erste stellvertretende Landtagspräsident Wolfgang Drexler würdigte Helmut Göschel für seine Offenheit, die klare und verständliche Sprache auch bei komplizierten Sachverhalten, die er als Fachmann, insbesondere als Verkehrspolitiker an den Tag legte. Für die 19 Jahre Zugehörigkeit zum Landtag von Baden-Württemberg überreichte er Helmut Göschel die Große Landtagsmedaille.

Der stellv. SPD-Landesvorsitzende und Kreisvorsitzende Lars Castellucci rückte insbesondere Helmut Göschels Frau Sieglinde in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Sie sei ein wichtiger Teil seiner Landtagsarbeit gewesen. Peter Wintruff, der ebenfalls im Frühjahr aus dem Landtag ausgeschieden und ein enger Weggefährte Göschels in Stuttgart war, sowie der Eberbacher SPD-Vorsitzende Manfred Wernz erinnerten in kurzen Anekdoten an Erlebnisse und Höhepunkte der Politikerlaufbahn Göschels.

Als 29-Jähriger habe er nie daran gedacht, einmal nie aktiv in die Politik zu gehen, gab Helmut Göschel selbst in seinem Schlusswort zu. Das Wahlverfahren bei der unechten Teilortswahl und seine Bekanntheit als Handballer hätten 1975 dazu beigetragen, für Waldangelloch in den Sinsheimer Gemeinderat einzuziehen. Und auch als Zweitkandidat der Landtagsabgeordnete Brigitte Adler habe er anfangs nicht ernsthaft gedacht, dass er in das Landesparlament einziehen würde. Doch als Adler 1987 in den Bundestag gewählt wurde, übernahm er als Nachrücker Verantwortung und sehr bald auch führende Rollen in der Landtagsfraktion. Er werde nun "Hobbypolitiker" - die vielen Dankesworte anlässlich der Feierstunde hätten aber "gut getan", so Helmut Göschel abschließend.

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