AfB Rhein-Neckar/Heidelberg: SPD diskutiert Schulschließungen

Veröffentlicht am 03.03.2010 in Landespolitik

Heidelberg/Rhein-Neckar. Auf ihrer Jahreshauptversammlung diskutierte die Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD Heidelberg/Rhein-Neckar neue Perspektive für Schulstandorte und wählte einen neuen Vorstand.

Durch neue Wege in der Schulentwicklungsplanung könnte die schwarz-gelbe Landesregierung in drei Viertel der Gemeinden in Baden-Württemberg alle Bildungsgänge anbieten und viele Schulschließungen verhindern. Dies ist ein Ergebnis eines GEW Gutachtens zur Schulentwicklung, das die Arbeitsgemeinschaft für Bildung Heidelberg-Rhein Neckar diskutiert hat. „Ich erwarte von der Landesregierung, dass sie den Rhein-Neckar-Kreis und Heidelberg in der Frage der Schulentwicklung nicht länger alleine lässt“, so der AfB Kreisvorsitzende Norbert Theobald. Die notwendigen Prognosezahlen der Gewerkschaft lägen auch in Stuttgart vor.

Die Konstanzer Soziologen Tino und Holger Bargel untersuchten, wie sich Schülerströme bis zum Jahr 2025 in verschiedenen Schulangeboten entwickeln könnten. Dabei berücksichtigten sie, dass 60 Prozent der Hauptschulen geschlossen werden müssten. „Die Neue Werkrealschule wird auf größere Gemeinden beschränkt bleiben, alte Hauptschulen werden geschlossen und die Schulstandorte aufgelöst“, so der AfB-Vorsitzende. Eine Verödung der Schulkultur in eher ländlichen und kleinstädtischen Regionen würde durch die Landesregierung dadurch billigend in Kauf genommen, kritisierte Theobald.

Die Arbeitsgemeinschaft der SPD unterstützt daher den Vorschlag der Gewerkschaft zur Einführung von Sekundarschulen, in denen die Schüler bis zur Klasse 10 gemeinsam lernen. Bei Einrichtung von integrierten Sekundarschulen könnten gut zwei Drittel der Gemeinden Schulstandort bleiben, wobei sie in dieser Schulform alle Bildungsgänge und Abschlüsse anbieten könnten. 218 Städte in Baden-Württemberg könnten allein eine Sekundarschule mit drei und mehr Zügen einrichten. Bei traditioneller Dreigliedrigkeit des Schulangebotes und ohne Strukturänderung würde nur knapp ein Drittel der Gemeinden ihren Schulstandort retten können.

Schulen seien demnach nicht nur tragfähiger und wohnortnäher gestaltbar, sondern auch effizienter und letztlich kostengünstiger. „Finanzmittel, die dadurch gespart werden, sollten für bessere Schulausstattungen genutzt werden“, sagte der AfB-Vorsitzende Norbert Theobald. Die SPD-Arbeitsgemeinschaft kündigte eine gemeinsame Veranstaltung zur Schulpolitik mit der Gewerkschaft an.

Norbert Theobald (Heidelberg) wurde als Kreisvorsitzender der AfB Heidelberg/Rhein-Neckar bestätigt. Als stellvertretende Kreisvorsitzende wählten die Anwesenden Renate Schmidt (Eppelheim). Beisitzerinnen und Beisitzer sind Marlen Pankonin (Heidelberg), Andrea Schröder-Ritzrau (Walldorf) und Divrim Korkut (Eppelheim).

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